Organisation

Bei der Ausbildung des auf den Rettungsfahrzeugen eingesetzten Personals lassen sich im Wesentlichen fünf Stufen unterscheiden:

 

1. Notarzt (NA)
2. Notfallsanitäter (NotSan)
3. Rettungsassistent (RA)
4. Rettungssanitäter
5. Rettungshelfer

 

Die Notärzte der Rettungswache Orsenhausen praktizieren in Ihrer Schwendier Praxis, stehen aber jederzeit auf Abruf bereit. Aus diesem Grund ist das NEF auch in Schwendi stationiert.
Notfallsanitäter und Rettungsassistenten sind vernehmlich hauptamtliches Personal.
Rettungssanitäter sind meistens haupt- oder ehrenamtlich beschäftigt oder als FSJ'ler eingestellt. Die Tätigkeit des Rettungshelfers wird nahezu ausschließlich von Ehrenamtlichen sowie den FSJ'lern verrichtet.
(FSJ = Freiwilliges Soziales Jahr)

1. Der Notarzt

Der Notarzt (NA) ist die höchste Qualifikation des im Rettungsdienst eingesetzten Personals. Der Notarzt verfügt über ein abgeschlossenes Medizin-Studium von durchschnittlich 6 Jahren Dauer, sowie über mindestens 1 Jahr praktische Berufserfahrung, welche ihn zum Vollmediziner qualifiziert. Darüber hinaus haben Ärzte besondere Seminare bezüglich der Notfall-Medizin zu durchlaufen um sich als "Notarzt" zu qualifizieren.
Viele Notfall-Einsätze werden vom Notfallsanitäter (siehe unten) alleine durchgeführt. Besondere Notfälle erfordern aber zusätzlich die Anwesenheit eines Notarztes. Dabei handelt es sich vor allem um Notfälle, bei denen eine akute Lebensgefährdung des Patienten nicht auszuschließen ist. Notfälle mit Beteiligung des Nervensystems und Gehirns (z. B. Schlaganfall, Krampfanfall), mit Problemen der Atemwege und Lunge (z. B. Lungenödem, Lungenembolie) oder Kreislauf-Problemen wären hierfür einige Beispiele.

2. Der Notfallsanitäter (NotSan)

Der Notfallsanitäter (NotSan) wurde gemeinsam mit dem Notfallsanitätergesetz (NotSanG) am 01.01.2014 eingeführt. Der Notfallsanitäter ist eine neue, über drei Jahre andauernde Ausbildung im Rettungsdienst und verläuft anders als beim Rettungsassistenten (siehe unten) in Blockphasen.
Das heißt, dass die Lernorte Schule, Rettungswache und Klinik immer im Wechsel besucht werden. So kann das theoretisch erlernte Wissen direkt praktisch umgesetzt und somit besser vertieft werden. Ein ausgelernter Notfallsanitäter hat gegenüber dem Rettungsassistenten mehr Möglichkeiten, dem Notfallpatienten ohne Notarzt zu helfen, da sich die Ausbildung verlängert und somit auch die Kompetenzen erweitert haben. Die Landesschule des ASB Mannheim lehrt den schulischen, die Lehrrettungswache in Orsenhausen den praktischen Teil im Rettungsdienst und die Kliniken im Umkreis den praktischen Teil im Krankenhaus.

3. Der Rettungsassistent

Der Rettungsassistent (RA) hat eine einjährige Berufsfachschule zu besuchen, die ihm die notwendigen Grundlagen für die Arbeit mit Notfall-Patienten im Rettungsdienst vermittelt. Im Zentrum der dortigen Ausbildung steht neben der Theorie aber auch die praktische Ausbildung in Krankenhäusern, dort vor allem im Bereich der Anästhesiologie. Einige Beispiele für solche Rettungsdienst-Schulen sind z.B. das "Heilbronner Fachinstitut für notfallmedizinische Aus- und Fortbildung", die "ASB-Rettungsassistentenschule Mainz" oder das "Medizinische Trainings- & Bildungszentrum Kempten". Im Anschluss an diese einjährige Ausbildung folgt nach einer theoretischen und praktischen Prüfung für den Rettungsassistenten ein einjähriges Praktikum bei einer Lehrrettungs-Wache. Nach diesem Jahr ist der RA-Praktikant voll ausgebildeter Rettungsassistent. Bis Dezember 2020, jedoch maximal bis Dezember 2025, können Rettungsassistenten noch auf dem Rettungswagen (RTW) eingesetzt werden. Danach ist auf diesen nur noch ein Notfallsanitäter zugelassen. Durch diverse Ergänzungsprüfungen ist der Aufstieg vom Rettungsassistenten zum Notfallsanitäter aber möglich.

 

zu 2. und 3.

Das medizinische Wissen der Notfallsanitäter bzw. Rettungsassistenten kommt vornehmlich auf dem Rettungs-Transport-Wagen (RTW) zur Anwendung. Auf dem mit zwei Personen besetzten Fahrzeug ist der Notfallsanitäter bzw. Rettungsassistent der sogenannte 1. Mann, d. h. er ist vornehmlich für die Organisation eines RTW-Einsatzes verantwortlich.

Das Notarzt-Einsatz-Fahrzeug (NEF), welches den Notarzt an den Einsatzort bringt, muss ebenfalls mit einem Notfallsanitäter oder Rettungsassistenten besetzt sein.

4. Der Rettungssanitäter

Der Rettungssanitäter durchläuft, verglichen mit dem Notfallsanitäter oder Rettungsassistenten, eine deutlich kürzere Ausbildung. Sie dauert insgesamt etwa 3,5 Monate und besteht aus einer ganztägigen, etwa 5-wöchigen theoretischen Ausbildung, sowie einer praktischen Ausbildung im Bereich der Anästhesiologie und des Rettungswesens von je einem Monat Dauer. Diese Ausbildung bereitet den Rettungssanitäter auf die für den Rettungsdienst wesentlichen Notfälle vor. Mit dieser Ausbildung ist der Rettungssanitäter als 2. Mann auf dem Rettungswagen, sowie als 1. (und somit hauptverantwortlicher) Mann auf dem Kranken-Transport-Wagen (KTW) einzusetzen. Im Gegensatz zum RTW werden im KTW keine Notfallpatienten transportiert, wohl aber Patienten, bei denen aufgrund ihres Gesundheitszustandes eine medizinische Betreuung notwendig, oder eine Verschlechterung des Zustandes während des Transports nicht auszuschließen ist. In einem solchen Fall kann der Rettungssanitäter im KTW angemessen reagieren.

5. Der Rettungshelfer

Ehrenamtliche und FSJ'ler müssen eine gewisse medizinische Grundausbildung besitzen, um im Rettungsdienst eingesetzt zu werden. Aus diesem Grund durchlaufen die Rettungshelfer eine 2-monatige Ausbildung. Neben dem einmonatigen Theorieunterricht besteht diese aus jeweils 2-wöchigen Praktika im Bereich der Anästhesiologie im Krankenhaus und des Rettungswesens auf der Rettungswache. Mit dieser verkürzten Ausbildung können als 2. Mann auf dem KTW eingesetzt werden und nehmen dort vor allem Assistenz-Aufgaben wahr.

Ablauf einer Alarmierung

Die Integrierte Rettungs- und Feuerwehrleitstelle in Biberach ist die zentrale Sammelstelle für die im Kreis Biberach abgesetzten Notrufe. Die sogenannten Disponenten sind sowohl ausgebildete Notfallsanitäter/Rettungsassistenten als auch Zugführer der Feuerwehr. Somit sind sie in der Lage Notfalleinsätze jeglicher Art richtig aufzunehmen und die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten.

Daher die 5-W Fragen:

  • Wer?
  • Wo ist es passiert?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Personen sind betroffen?
  • Warten auf Rückfragen!

Nach der Schilderung des Anrufers setzt der Disponent die Alarmierung ab. Je nach Meldung werden dann RTW, NEF, Fahrzeuge der Feuerwehr oder auch KTW als sogenannte First-Responder (Ersthelfer) alarmiert. Geht die Alarmierung über Alarmempfänger (=tragbare Melder, welche piepsen und u. U. erste Infos abgeben) bei der Besatzung ein, so rücken die entsprechenden Fahrzeuge, auch nachts, in maximal einer Minute aus.

Bundeseinheitlich gilt eine Hilfsfrist von 10, maximal jedoch 15 Minuten, d. h. unabhängig von der geographischen Lage des Einsatzortes, soll das Rettungsfahrzeug innerhalb von maximal 15 Minuten am Einsatzort eingetroffen sein. Obwohl das Einsatzgebiet des ASB Orsenhausen von Huggenlaubach über Burgrieden bis nach Illerrieden reicht, wird die Hilfsfrist in den allermeisten Fällen unterboten.